Hier ist Vorsicht geboten

Chatten und surfen im Internet macht Spass und ist bei Jugendlichen sehr beliebt! Die neuen elektronischen Kommunikationsmittel sind einerseits spannend und nützlich, andererseits bergen sie auch Risiken. So kommt es beispielsweise in den meisten Chatrooms zu Belästigungen oder Beleidigungen die im schlimmsten Fall sogar zu Übergriffen führen können.

Problematisch ist vor allem die Bekanntgabe von persönlichen Daten wie Namen, Adresse, Telefonnummer oder Passwörter. Heikel sind Situationen, in denen Kinder und Jugendliche unaufgefordert pornografische Bilder oder Fotos mit gewalttätigem Inhalt zugesandt bekommen. Gefährlich wird es, wenn sie von Personen, die sie nur über das Internet kennen, zu einem Treffen überredet werden.

Auch die Nutzung von Social Networks kann riskant sein – beispielsweise wenn Teenager Fotos, persönliche oder intime Angaben ins Netz stellen. Alle Internetnutzer haben die Möglichkeit diese anzuschauen, zu kopieren oder sogar zu verfremden. Im schlimmsten Fall werden die Daten für Mobbing, Cyberbulling, Beleidigungen, Cyberstalking oder Stalking im realen Leben sowie für Erpressungen missbraucht.

Sind die Daten einmal im Internet veröffentlicht, hat man keine Kontrolle mehr darüber. Eine vollständige Entfernung ist kaum möglich. Auch Jahre später können solche Daten wieder auftauchen.

Kinder und Jugendliche reden mit ihren Eltern selten über negative Erfahrungen im Internet – aus Angst, nicht mehr chatten oder surfen zu dürfen. Suchen Sie das Gespräch zu Ihren Kindern und besprechen Sie mit ihnen, wie man in solchen heiklen Situationen reagiert.

«Ich bin beim Chatten schon gefragt worden, was meine BH-Grösse ist oder ob ich Lust auf Cyber-Sex hätte. Das finde ich eklig. Eigentlich sollte chatten doch Spass machen.»
Mädchen, 10 Jahre

Schützen Sie Ihr Kind im Netz!

Private Chats bergen vermehrt Gefahren, da sie nicht von einem Moderator oder Operator überwacht werden. Unbekannte können Kinder und Jugendliche ohne deren Zustimmung in einen solchen «Privatraum» einladen. Oft sind bereits die ersten Äusserungen beleidigend oder anzüglich.

Pädokriminelle Täter versuchen immer wieder an persönliche Daten, Fotos, MSN- oder E-Mail-Adressen von Kindern und Jugendlichen im Netz zu kommen. Auf diese Weise können sie direkt mit ihnen in Kontakt treten. Oder sie versuchen, die Jugendlichen zu einem Treffen zu überreden, an dem es schliesslich zu sexueller Ausbeutung kommen kann.

«Beim Chatten wird man oft blöd angemacht. Es fragen viele, ob man msn hat. Auch zu Treffen im realen Leben wurde ich schon mehrmals aufgefordert. Ich sage dann jeweils, dass ich kein Interesse hätte.»
Mädchen, 15 Jahre

So gehen die Täter vor:

Als erstes versuchen die Täter das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen, um so an persönliche Daten und möglichst viele Angaben zum Umfeld des Kindes (Familie, Schule und Freizeit) zu gelangen. Auch sind Pädokriminelle an den sexuellen Erfahrungen der jungen Chatter interessiert. Ziel der Täter ist es, mit den Kindern einen direkten Kontakt per E-Mail herzustellen oder sie sogar zu treffen.

Mögliche Fragen von Pädokriminellen im Chat:
  • Bist du alleine vor dem Bildschirm?
  • Bist du alleine zuhause?
  • Was hast du an?
  • Es ist ganz normal, wenn…
  • Kann ich Fotos von dir auf Facebook oder MySpace finden?
  • Wie heisst du denn richtig?
  • An welche Schule gehst du?
  • Bist du oft in diesem Chat – wo bist du noch?
  • Hattest du schon mal Sex?